Beratungsangebot

Demenzberatung in stationären Pflegeeinrichtungen ist gegenwärtig eine Notwendigkeit, fehlt doch ein verbindlicher Orientierungs- und Bezugsrahmen für die Pflege und Milieugestaltung.

In der Demenzberatung werden die erforderlichen Strukturprinzipien, die sowohl auf Erfahrungen als auch auf den aktuellen Wissensbeständen beruhen, mit dem Ziel der Implementierung vermittelt.

Die Beratungstätigkeit wird von der Einschätzung geleitet, dass gegenwärtig die meisten Pflegeeinrichtungen überwiegend Demenzkranke versorgen und dementsprechend eine demenzspezifische Pflege- und Milieustruktur vorzuhalten haben.

Inhaltsverzeichnis

01. Die zentralen Kernelemente der Demenzberatung

Die Kernelemente der Demenzberatung lassen sich von neuropathologischen und verhaltensbiologischen Erkenntnissen im Zusammenhang mit den praktischen Erfahrungen und den Gegebenheiten der Strukturen in den Pflegeeinrichtungen ableiten und in den folgenden Handlungs- und Orientierungsmaximen festlegen:

  • „Nur wenn es den Pflegenden und Betreuenden gut geht, wird es auch den Demenzkranken gut gehen!“
  • „Stressminderung bzw. Stressabbau führen in der Regel zur Erhöhung der Lebenszufriedenheit der Demenzkranken und zur Erhöhung der Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter.“
  • Vorhaltung einer angemessenen Pflege-, Betreuungs- und Milieustruktur im Demenzbereich

02. Beratungsschwerpunkte

Der Umgang mit Demenzkranken ist ein zwischenmenschliches Geschehen, das durch das Ausmaß an Einfühlungsvermögen, Erfahrungen und fachlichem Wissen beeinflusst wird. Angeborene Verhaltensweisen u. a.  in Gestalt von intuitivem Verhalten bilden zusammen mit geplanten und damit reflektierten kommunikativen Kontaktformen den Rahmen für alle Interaktionsformen, die im Wesentlichen von den sich ergänzenden Prinzipien bestimmt werden:

  • Kompensations- und damit Ausgleichsleistungen
  • Anpassungs- und Regulierungsleistungen
  • Eingliederungs- und Lenkungsleistungen

Der Leistungsumfang und die Leistungsintensität aller konkreten Interaktionsformen lassen sich zum größten Teil vom Erkrankungsstadium mit den jeweiligen Einbußen an der Bewältigung der inneren und äußeren Reizgefüge her ableiten. Das Maß an Fehl- und Minderleistungen aufgrund des neuropathologischen Abbauprozesses bildet den Orientierungsrahmen für alle Pflege-, Betreuungs- und Milieugestaltungsleistungen:

  • Demenzpflege
  • Demenzbetreuung
  • Soziales Milieu
  • Räumliches Milieu (Demenzarchitektur, Demenzgärten u. a.)

03. Allgemeine Beratungsziele und Beratungsstrategien

Demenzkranke in Pflegeeinrichtungen bedürfen krankheitsangemessene soziale und sensorische Reizkonstellationen entsprechend ihren psychophysischen Bewältigungsvermögen. Hierzu gehören vor allem die Mitarbeiter und auch die Angehörigen. Es liegen bereits Erfahrungen und Erkenntnisse bezüglich der Gestaltung einer demenzspezifischen Lebenswelt vor, die als Orientierungswissen praxisnah in den Einrichtungen umgesetzt werden können. Folgende Zielvorstellungen und Vorgehensweisen stehen dabei im Mittelpunkt:

  • Angemessene Lebenswelt für Demenzkranke
  • Angemessene Arbeitswelt für die Mitarbeiter
  • Integration der Angehörigen
  • Strategien zur Optimierung der Person-Umwelt-Passung
  • Modelle der sensorischen und sozialen Stimulierung einschließlich der Reizregulation
  • Strategien zur Belastungsminderung einschließlich Leistungsregulierung bei allen Beteiligten

04. Konkrete Beratungsstrategien

Die Pflege und Betreuung Demenzkranker bereitet vielen Mitarbeitern ohne ausreichende Berufserfahrung und Ausbildung Schwierigkeiten. Erschwert wird die Problemlage zusätzlich durch ein hohes Arbeitsaufkommen verbunden mit Zeitdruck und Hektik. Für diese die Pflege belastenden Gegebenheiten sind konkrete Umgangsstrategien für die Pflege und Betreuung entwickelt worden, die sowohl auf neurowissenschaftlichen als auch auf neuropathologischen Erkenntnissen der Forschung basieren und sich im Alltag bereits bewährt haben. Die folgenden Vorgehensweisen lassen sich als Strukturelemente in die Lebenswelt Demenzkranker integrieren:

  • Umgang mit Pflegeverweigerung und Ablehnung der Pflege
  • Umgang mit Desorientierungsphänomenen und Realitätsverlusten
  • Strategien der biografisch orientierten Scheinweltgestaltung
  • Struktur- und Präventionsmodelle der Pflege, Betreuung und Milieugestaltung

05. Zielgruppen des Beratungsangebotes

Das Beratungsangebot Demenzpflege und Demenzmilieu richtet sich vor allem an die Leitenden und Verantwortlichen der stationären Altenhilfe. Darüber hinaus sollen auch Fachreferenten, Planungsbeauftragte und Qualitätsbeauftragte, die sich schwerpunktmäßig mit dem Gegenstandsbereich Demenzpflege und Demenzmilieu beschäftigen, angesprochen fühlen. Vorrangig sind die folgenden Institutionen als Zielgruppen für die Beratungstätigkeit konzipiert:

  • Trägerverbände stationärer Einrichtungen der Altenhilfe
  • Einrichtungsleitungen stationärer Einrichtungen der Altenhilfe
  • Verbände freigemeinnütziger, kommunaler und privatgewerblicher Träger
  • Ministerien, Landkreise und Kommunen

06. Vorgehensweisen und Methoden der Beratung

Die hier angeführten Vorgehensweisen und Methoden bilden das Spektrum, das eine  konkrete Operationalisierung der Beratungstätigkeit gemäß dem jeweiligen Arbeitsauftrag ermöglicht. Die Anwendung dieser Vorgehensweisen lassen sich vom gegenwärtigen Stand der Forschung und der Erfahrungen her vermitteln, so dass von einem theoriegeleiteten Vorgehen ausgegangen werden kann. Es handelt sich dabei um die hier angeführten Methoden und Vorgehensweisen:

  • Fallberatung
  • Globalberatung
  • Analysen (u. a. Ist- und Soll-Zustand)
  • Begleitung bei Struktur- und Funktionsveränderungen
  • Begleitung bei Projekten
  • Begleitung bei Neu- und Umbaumaßnahmen
  • Begleitung bei Stabilisierungsmaßnahmen
  • Ergänzende Fortbildungen
  • Hospitationen
  • Mitarbeiterbefragung (schriftlich und mündlich, Gruppengespräche)
  • Angehörigenbefragungen
  • Konzept- und Leitbildentwicklung
  • Expertisen
  • Dokumentenanalyse
  • Evaluation
  • Vereinfachungsstrategien
  • Vereinheitlichungsstrategien

07. Modalitäten der Beratung

Die Spezifität des Anliegens, das zu einem Beratungsbedarf führt, bestimmt die Procedere der Beratungstätigkeit. Auch gilt das Prinzip der Kontextbezogenheit der Beratung auf der Grundlage des Wissens- und Erfahrungsstandes. Die Beratungen werden in der Regel in den hier angeführten Formen durchgeführt:

  • Vorortberatung
  • Fernmündliche Beratung (einschließlich Skype)
  • Schriftliche Beratung
  • Kombination aus den hier angeführten Beratungsmodalitäten

08. Beratungsdauer

Die Beratungsdauer wird vom Umfang des Beratungsauftrages her bestimmt. Nach Ermittlung des konkreten Beratungsbedarfes wird dem Auftragsgeber ein dem Anliegen entsprechender Vorschlag hinsichtlich des Umfanges, der Vorgehensweisen und der Beratungsdauer unterbreitet:

  • Kurzberatungen (1 – 3 Tageseinheiten)
  • Mittlere Beratungen (4 – 10 Tageseinheiten)
  • Längere Beratungen (11 Tageseinheiten und mehr)

09. Beratungskriterien

Die Beratungstätigkeit im Bereich Demenzversorgung in stationären Einrichtungen der Altenhilfe sollte in der Regel nachweislich zu positiven Veränderungen des Alltagsgeschehens (Pflege, Betreuung und Milieu u. a.)  führen. Wichtig sind besonders die folgenden Erfolgskriterien:

  • Wirksamkeit (Effektivität)
  • Wirtschaftlichkeit (Effizienz)
  • Anwendbarkeit (Praktikabilität)
  • Nachhaltigkeit

Die Orientierung an diesen Erfolgskriterien bei der Beratungstätigkeit bietet Gewähr für ein ausreichendes Maß an Beständigkeit und Stabilität der Milieu- und Arbeitsstrukturen in den Einrichtungen, eine Grundvoraussetzung für das Wohlbefinden der Demenzkranken und auch für die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter.

10. Beratungskompetenz

Der Berater im Bereich Demenzversorgung in stationären Einrichtungen der Altenhilfe verfügt über jahrzehntelange Erfahrungen in verschiedenen Bereichen der angewandten Gerontologie (siehe Website Abschnitt Profil).

Darüber hinaus ist er seit Jahren damit beschäftigt, praxisnahe Konzepte und Strategien in der Demenzpflege und der Demenzbetreuung mitsamt Milieugestaltung zu entwickeln und u. a. in Fachbeiträgen zu veröffentlichen (siehe weiter unten Abschnitt Veröffentlichungen zum Themenfeld Demenzberatung und Website Abschnitt Downloads).

In folgenden Arbeitsfeldern konnten konkrete beratungsrelevante Kenntnisse angeeignet werden:

  • Praxiserfahrung in der Demenzpflege (Projektleitung und kurzfriste Pflegetätigkeit)
  • Projekte in verschiedenen Bereichen der Demenzversorgung
  • Fortbildungserfahrungen im Bereich Demenzpflege
  • Stand der Forschung und der Praxis im Bereich Demenz und Demenzpflege
  • Publikation von Fachbüchern, Projektberichten und Beiträgen in Fachzeitschriften
  • Kompetenzteam mit Fachleuten aus der Praxis und der Wissenschaft

11. Bezugsrahmen und Fundierung der Beratungstätigkeit

Demenzen sind mit wenigen Ausnahmen (u. a. Sekundärdemenzen) hirnorganische Erkrankungen. Die neuropathologischen Prozesse bilden die Grundlage für das Verhalten und Erleben der Betroffenen. Gemäß dem Kausalzusammenhang von Hirn und Verhalten lassen sich die meisten Symptome dieser Erkrankung u. a. in Gestalt von Minder- und Fehlverhalten anhand der degenerativen Prozesse erklären. Für die Pflege und Betreuung ist dieses Wissen von großer Bedeutung, denn es erleichtert den Umgang mit den Betroffenen und bietet zugleich den Orientierungsrahmen für Präventions- und Kompensationsmaßnahmen.

Folgende Faktoren des Wissens sind dabei von besonderer Bedeutung:

  • Neuropathologie der Demenzen als Grundlage der Demenzpflege: u. a. Abbau, neurologische Entkoppelungen und Enthemmungen mit den demenzspezifischen Auswirkungen auf das Verhalten und die Verarbeitung der inneren und äußeren Reizgefüge
  • Stand der Forschung im Arbeitsfeld Demenzen einschließlich Pflege und Betreuung
  • Verhaltensbiologie (u. a. Stress und Empathie)
  • Erfahrungswissen der Pflegenden und Betreuenden

12. Veröffentlichungen zum Themenfeld Demenzberatung

Die hier angeführten Veröffentlichungen des Beraters bieten erste Einblicke in die theoretischen und zugleich auch praxisorientierten Wissensstände zum Themenfeld Demenzpflege und Demenzmilieu, die die Grundlage für die Beratungstätigkeit bilden.

  • Fortbildungsprogramm Demenzpflege. Verlag Hans Huber, Bern 2011
  • Demenzkranke Menschen pflegen. Grundlagen, Strategien und Konzepte. Verlag Hans Huber, Bern 2007 (2. Auflage)
  • Strategien einer biografisch orientierten Scheinweltgestaltung: Stress und Überforderung vermeiden. Pflegezeitschrift, 63 (2010),11,668– 671
  • Pflegen und Beruhigen ergänzen sich. Die Schwester / der Pfleger, 49 (2010), 12, 1190-1192
  • Mehr Schein als Sein. Altenpflege, 37 (2011), 3, 52-53
  • Gewohnte Verhaltensmuster aktivieren. Pflegezeitschrift, 64 (2011), 4, 210-213
  • Realitätsverzerrungen bei Demenz – Wenn Erinnerungen Realität werden. Die Schwester / Der Pfleger, 50 (2011), 11, 1048-1050
  • Das Konzept Lebenswelt für Demenzkranke. Pflege Impuls, 7 (2005), 4, 118–124.
  • Umgang mit Demenz. Wissenschaftliche Grundlagen und praktische Methoden. Paul-Lempp-Stiftung, Stuttgart 2000.
  • Tagesstrukturierung für Demenzkranke. In: Die Schwester / Der Pfleger, 44 (2005), 12, 954 – 957.
  • Vertrautheit und Struktur. In: Altenpflege, 37 (2011),11,34-35
  • .Betreutes Wohnen im Alter: Eine Literaturrecherche und Sekundäranalyse  zur Entwicklung des Betreuten Wohnens in Deutschland, Großbritannien und den USA

Kosten und Termine

Die Kosten für die Inhouse Fortbildungen Demenzpflege richten sich nach dem Arbeitsaufwand und werden in jedem Fall individuell nach vorheriger telefonischer Kontaktaufnahme vereinbart.

Ebenso die Terminvereinbarungen.

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